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Public Affairs Manager: Aufgaben, Ausbildung, Gehalt und Lobbyregister

Beitragsbild mit dem Titel „Public Affairs Manager“ und der Unterzeile „Beruf, Gehalt und Lobbyregister“, dazu ein Aktentaschen-Symbol und vier Kreise mit den Wörtern Aufgaben, Studium, Gehalt und Register.

Public Affairs Manager kümmern sich darum, wie eine Organisation mit Politik und Verwaltung umgeht. Sie beobachten Gesetzgebung, analysieren, wer entscheidet, formulieren Positionen und halten Kontakt zu Abgeordneten, Ministerien und Verbänden. Die Bundesagentur für Arbeit führt den Beruf als „Public-Affairs-Manager/in“, auch „Referent/in Public Affairs“ genannt (BERUFENET).

In diesem Beitrag zeige ich, welche Aufgaben, Arbeitgeber und Studienwege typisch sind, was der Beruf laut amtlicher Statistik einbringt und welche Pflichten das Lobbyregister für Beschäftigte mit sich bringt. Was Public Affairs als Begriff bedeutet, erkläre ich im Beitrag Public Affairs. Lobbyarbeit im Auftrag Dritter mache ich nicht. Ich berate Menschen in Politik, Partei und Verwaltung. Wenn Sie dort arbeiten und Ihre Lage besprechen möchten, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).

Wichtigste Erkenntnisse

  • Public Affairs Manager steuern den Umgang von Unternehmen, Verbänden oder NGOs mit politischen Entscheidungsprozessen und vertreten deren Interessen. Arbeitgeber erwarten häufig ein Studium, etwa Politikwissenschaft, Wirtschaftsrecht oder Kommunikationswissenschaft (BERUFENET).
  • Das mittlere Bruttoentgelt in Vollzeit liegt in der zugehörigen Berufsgattung bei 6.961 Euro im Monat; ein Viertel verdient weniger als 5.594 Euro (Entgeltatlas). Die Zahl gilt für die ganze Gruppe der Expertinnen und Experten in der Öffentlichkeitsarbeit.
  • Am 17.10.2026 sind 6.328 Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter im Lobbyregister des Bundestags eingetragen, darunter 1.845 Unternehmen und 412 Beratungsunternehmen oder selbständige Beraterinnen und Berater (Lobbyregister, Statistik).
  • Wer Interessenvertretung nicht nur bei Gelegenheit ausübt, wird seit der Reform zum 1. März 2024 namentlich im Register genannt, mit früheren Funktionen in Bundestag, Bundesregierung oder Bundesverwaltung aus den letzten fünf Jahren (§ 3 LobbyRG, Drucksache 20/15100).
  • Zum 31.12.2024 waren 26.998 Personen im aktiven Lobbyregister benannt (Drucksache 20/15100).
  • Bei jedem Kontakt müssen Identität, Anliegen und gegebenenfalls der Auftraggeber offengelegt werden; Erfolgshonorare sind unzulässig (§ 5 LobbyRG).

Was macht ein Public Affairs Manager?

Ein Public Affairs Manager arbeitet an der Schnittstelle zwischen einer Organisation und der Politik. Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt die Tätigkeit so: Public Affairs Manager analysieren die Position ihrer Auftraggeber und die politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, entwickeln darauf Kommunikationsstrategien und pflegen Beziehungen zu Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern, Behörden und anderen Institutionen (BERUFENET).

Im Alltag lassen sich sechs Aufgaben unterscheiden:

  • Monitoring: Gesetzentwürfe, Verordnungen, Anhörungen und EU-Vorhaben beobachten und früh melden, was die eigene Organisation betrifft.
  • Analyse: Herausfinden, wer in welcher Phase entscheidet, wer berät und wer blockiert. Dazu gehören Stakeholderanalysen.
  • Positionen: Fachliche Anliegen in politisch verständliche Positionspapiere übersetzen und intern abstimmen.
  • Kontakte: Gespräche mit Abgeordneten, Fraktionsreferentinnen und Fraktionsreferenten, Ministerien und anderen Verbänden vorbereiten und führen, Hintergrundgespräche planen.
  • Kommunikation: Mit Presse- und Social-Media-Arbeit zusammenarbeiten, Veranstaltungen und Vorträge vorbereiten. Mehr dazu im Beitrag zur politischen Kommunikation.
  • Compliance: Den Eintrag im Lobbyregister pflegen und die Regeln des Verhaltenskodex einhalten (siehe unten).
Grafik mit sechs Kacheln zu den Aufgaben eines Public Affairs Managers: Monitoring (Gesetzentwürfe und EU-Vorhaben beobachten), Analyse (wer entscheidet, wer berät, wer blockiert), Positionen (Anliegen in Positionspapiere übersetzen), Kontakte (Gespräche mit Abgeordneten und Ministerien), Kommunikation (Presse, Social Media, Veranstaltungen), Compliance (Lobbyregister pflegen, Kodex einhalten). Quelle: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET.

Ein wichtiger Teil der Arbeit läuft nach innen. Sie erklären Geschäftsführung und Fachabteilungen, wie politische Prozesse ablaufen und was realistisch ist. Viele beschreiben ihre Rolle deshalb als Übersetzer: Sie übersetzen die Ziele der Organisation in die Sprache der Politik und die Logik der Politik zurück in die Organisation. Dabei zählt oft der Zeitpunkt mehr als die Menge der Argumente. Ein Anliegen hat die besten Chancen, bevor ein Referentenentwurf fertig ist.

Typische Einsatzorte sind die Bundespolitik in Berlin mit Bundestag und Ministerien, die Landeshauptstädte für Landespolitik und Brüssel für die Arbeit gegenüber den EU-Institutionen.

Ist ein Public Affairs Manager ein Lobbyist?

Zum Teil. Lobbying ist die direkte Einflussnahme auf konkrete Entscheidungen. Public Affairs ist der Oberbegriff und umfasst zusätzlich Beobachtung, Analyse, interne Beratung und öffentliche Kommunikation. „Government Affairs Manager“ oder „Manager Government Relations“ meint meist dieselbe Rolle mit Fokus auf Regierung, Parlament und Verwaltung. Die ausführliche Abgrenzung steht im Beitrag Public Affairs.

Rechtlich entscheidend ist nicht die Berufsbezeichnung, sondern die Tätigkeit. Das Lobbyregistergesetz nennt jede Kontaktaufnahme mit dem Ziel, Willensbildung oder Entscheidungen von Bundestag oder Bundesregierung unmittelbar oder mittelbar zu beeinflussen, Interessenvertretung (§ 1 Abs. 3 LobbyRG). Wer in diesem Beruf solche Kontakte hat, übt Interessenvertretung im Sinne des Gesetzes aus, ganz gleich, wie die Stelle heißt.

Wo arbeiten Public Affairs Manager?

Die Bundesagentur für Arbeit nennt Unternehmen aller Wirtschaftsbereiche als Arbeitgeber, dazu Verbände, Organisationen und Interessenvertretungen sowie Agenturen für Public Relations (BERUFENET). Naheliegend ist der Beruf überall dort, wo Gesetze und Verordnungen das Geschäft stark prägen, etwa in Energie, Gesundheit, Digitalwirtschaft, Verkehr oder Finanzen.

Einen Hinweis auf die Verteilung gibt das Lobbyregister des Bundestags. Am 17.10.2026 sind dort eingetragen (Lobbyregister, Statistik):

Kategorie im Lobbyregister Einträge Anteil
Unternehmen 1.845 29,16 %
Gemeinnützige privatrechtliche Organisationen 1.396 22,06 %
Wirtschafts- oder Gewerbeverbände 719 11,36 %
Berufsverbände 584 9,23 %
Beratungsunternehmen, selbständige Beraterinnen und Berater 412 6,51 %
Nichtregierungsorganisationen 262 4,14 %
Alle aktiven Einträge 6.328 100 %

Die Tabelle zählt Organisationen, nicht Stellen. Sie zeigt aber, dass die meisten Public-Affairs-Stellen nicht in Agenturen, sondern direkt bei Unternehmen, Verbänden und gemeinnützigen Organisationen liegen. Ende 2024 gaben nur 358 der 5.973 Eingetragenen an, im Auftrag Dritter tätig zu sein (Drucksache 20/15100).

Stellenanzeigen finden Sie in allgemeinen Jobportalen und in Fachbörsen. Die Bundesagentur für Arbeit nennt unter anderem PR-Journal, pressesprecher.com und die Stellenbörse der GPRA (BERUFENET). Übliche Bezeichnungen sind „Public Affairs Manager“, „Referent Public Affairs“, „Manager Public und Regulatory Affairs“ oder „Referent für Regierungs- und Parlamentsbeziehungen“, jeweils mit (m/w/d).

Welche Ausbildung oder welches Studium braucht ein Public Affairs Manager?

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht, die Berufsbezeichnung ist nicht geschützt. Arbeitgeber erwarten häufig ein Studium. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als passende Fächer Politikwissenschaft, Wirtschaftsrecht, Public Relations und Kommunikationsmanagement, Wirtschaftswissenschaften, Internationale Wirtschaft, Kommunikationswissenschaft und Kommunikationspsychologie, jeweils als Bachelor oder Master (BERUFENET). In der Praxis kommen auch Juristinnen und Juristen sowie Absolventinnen und Absolventen der Verwaltungswissenschaft dazu.

Wichtiger als das Fach sind Praxiserfahrung und Verständnis politischer Abläufe. Die Bundesagentur für Arbeit nennt als Kernkompetenzen unter anderem Gremienarbeit, Kommunikationsstrategie, Öffentlichkeitsarbeit, Wirtschaftspolitik und Wirtschaftsrecht. Gefragt sind außerdem Kontaktfreude, sicheres Auftreten, der Umgang mit Zahlen und komplexen Themenlagen sowie Englisch im internationalen Umfeld (BERUFENET).

Wie wird man Public Affairs Manager?

Der Weg verläuft selten geradlinig. Häufige Stationen sind:

  1. Studium und Praktikum: Ein Praktikum in einem Abgeordnetenbüro, bei einer Fraktion, in einem Verband oder einer Agentur ist oft der erste Kontakt mit dem Berufsfeld. Wer ein Praktikum in Public Affairs sucht, findet Ausschreibungen in denselben Stellenbörsen wie für feste Stellen und auf den Karriereseiten von Verbänden und Fraktionen.
  2. Erste Stelle in der Politik: Viele arbeiten zuerst als wissenschaftliche Mitarbeiterin oder Mitarbeiter im Bundestag, als Referentin oder Referent einer Fraktion oder in einem Ministerium. Dort lernen sie Abläufe und Menschen kennen. Mehr zu diesen Wegen steht im Beitrag zur Politik-Karriere.
  3. Wechsel in Verband, Unternehmen oder Agentur: Danach folgt oft der Wechsel auf eine Stelle als Referentin oder Referent Public Affairs. Andere kommen aus Journalismus, Unternehmenskommunikation oder Fachabteilungen.
  4. Spezialisierung und Leitung: Mit der Zeit spezialisieren sich viele auf ein Politikfeld, etwa Energie, Gesundheit, Digitales oder Bildung, und übernehmen die Leitung eines Teams oder einer Hauptstadtrepräsentanz. Die Bundesagentur für Arbeit führt dafür die Bezeichnung „Leiter/in Public Affairs (Lobbying)“ (BERUFENET).
Ablaufgrafik in fünf Stufen am fiktiven Beispiel Anna Beispiel, Politikwissenschaftlerin: Studium der Politikwissenschaft mit Master, Praktikum in einem Verband, Referentin einer Fraktion im Bundestag, Wechsel in Public Affairs bei einem Verband, später Leitung von Team und Hauptstadtbüro.

Wer aus der Politik in Public Affairs wechselt, sollte zwei Regeln kennen:

  • Sichtbarkeit im Lobbyregister: Wer für eine Organisation Interessenvertretung ausübt und dort namentlich genannt wird, muss eine Funktion für ein Mitglied des Bundestages, für eine Fraktion, ein Amt in der Bundesverwaltung, ein Bundestagsmandat oder ein Regierungsamt angeben, wenn sie nicht länger als fünf Jahre zurückliegt (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 LobbyRG). Ein Wechsel aus einem Abgeordnetenbüro in einen Verband ist also öffentlich nachvollziehbar.
  • Karenzzeiten: Ehemalige Mitglieder der Bundesregierung müssen eine neue Tätigkeit in den ersten 18 Monaten nach dem Ausscheiden anzeigen. Die Bundesregierung kann sie untersagen, in der Regel für bis zu ein Jahr, in schweren Fällen bis zu 18 Monate (§ 6a BMinG, § 6b BMinG). Ruhestandsbeamtinnen und Ruhestandsbeamte des Bundes müssen eine Tätigkeit anzeigen, die mit ihrer dienstlichen Tätigkeit der letzten fünf Jahre zusammenhängt; die Pflicht endet nach drei beziehungsweise fünf Jahren (§ 105 BBG). Für Beschäftigte in Abgeordnetenbüros und Fraktionen gibt es keine gesetzliche Karenzzeit, wohl aber Verschwiegenheitspflichten aus dem Arbeitsvertrag und für Fraktionsangestellte aus dem Abgeordnetengesetz (§ 57 AbgG).

Wer nach „Wie wird man Lobbyist?“ sucht, findet hier im Kern dieselben Wege. Einen Überblick über verwandte Berufe gibt der Beitrag Wie wird man Politikberater?

Was verdient ein Public Affairs Manager?

Für diesen Beruf gibt es einen amtlichen Vergleichswert. Der Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit ordnet den Beruf der Berufsgattung „Öffentlichkeitsarbeit, hoch komplexe Tätigkeiten“ (Niveau Experte, KldB 92204) zu (Entgeltatlas). Werte für sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Vollzeit, Deutschland, monatliches Bruttoentgelt:

Gruppe Median Unteres Quartil
Gesamt 6.961 € 5.594 €
Frauen 6.718 € 5.362 €
Männer 7.196 € 5.934 €
Bayern 7.976 € 6.781 €
Nordrhein-Westfalen 6.968 € 5.883 €

Quelle: Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, Datenstand 2025, abgerufen am 17.10.2026. Für Berlin und die übrigen Länder weist der Entgeltatlas zu wenige Fälle aus. Das obere Quartil liegt oberhalb der Beitragsbemessungsgrenze von 8.050 Euro und wird deshalb nicht genau angegeben.

So lesen Sie die Zahlen:

  • Median: Die Hälfte verdient mehr, die Hälfte weniger. Unteres Quartil: Ein Viertel verdient weniger.
  • Die Werte gelten für die ganze Berufsgattung, also auch für andere Fachleute der Öffentlichkeitsarbeit auf Expertenniveau, nicht nur für Public Affairs.
  • Beamtinnen und Beamte, Selbstständige und Teilzeitkräfte sind nicht enthalten.
  • Die Bundesagentur für Arbeit hält fest, dass die Vergütung in der Regel frei vereinbart wird (BERUFENET). Erfahrung, Branche, Verantwortung und Region machen den größten Unterschied.

Zum Vergleich: Für „Politische Beraterin, Politischer Berater“ nennt der Entgeltatlas einen Median von 5.480 Euro, auf dem Niveau Spezialist (Entgeltatlas). Mehr dazu im Beitrag zum Politikberater-Gehalt. Zahlen aus Gehaltsportalen beruhen meist auf freiwilligen, nicht überprüfbaren Angaben; ich nenne sie deshalb nicht.

Welche Pflichten aus dem Lobbyregister gelten für Beschäftigte?

Das Lobbyregistergesetz gilt seit dem 1. Januar 2022 (§ 10 LobbyRG). Zum 1. März 2024 trat eine Reform in Kraft, die die Angabepflichten deutlich erweitert hat (Drucksache 20/15100, § 8 LobbyRG). Die Eintragung macht in der Regel die Organisation, nicht die einzelne Person. Für Beschäftigte sind diese Punkte wichtig:

  • Wer zählt als Adressat: Das Gesetz gilt für Kontakte zu Abgeordneten, Fraktionen und Gremien des Bundestages und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Auf Regierungsseite zählen neben Ministerinnen und Ministern auch Staatssekretärinnen und Staatssekretäre, Abteilungs-, Unterabteilungs- und Referatsleitungen (§ 1 Abs. 2 LobbyRG).
  • Wann eine Organisation sich eintragen muss: wenn Interessenvertretung regelmäßig, auf Dauer, geschäftsmäßig für Dritte oder gegen Gegenleistung betrieben wird oder wenn in drei Monaten mehr als 30 unterschiedliche Kontakte aufgenommen wurden (§ 2 Abs. 1 LobbyRG). Ausgenommen sind unter anderem Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, soweit sie Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen betreffen, Kirchen und kommunale Spitzenverbände (§ 2 Abs. 2 LobbyRG).
  • Namentliche Nennung: Im Eintrag stehen die Namen aller Personen, die mit der Interessenvertretung nicht nur bei Gelegenheit betraut sind und sie unmittelbar ausüben (§ 3 Abs. 1 LobbyRG). Seit der Reform gilt das nicht nur für Angestellte, sondern auch für ehrenamtlich oder freiberuflich Tätige (Drucksache 20/15100).
  • Frühere Funktionen: Für jede genannte Person sind Ämter, Mandate und Funktionen in Bundestag, Bundesregierung und Bundesverwaltung der letzten fünf Jahre anzugeben (§ 3 Abs. 1 Nr. 3 LobbyRG). Laut registerführender Stelle soll diese Pflicht einen möglichen „Drehtüreffekt“ offenlegen, also den Wechsel aus der Politik in die Interessenvertretung (Drucksache 20/15100).
  • Beschäftigte und Stellungnahmen: Die Organisation gibt an, wie viele Beschäftigte in Vollzeitäquivalenten in der Interessenvertretung arbeiten (mitgezählt wird, wer mindestens 10 Prozent seiner Arbeitszeit darauf verwendet), und lädt grundlegende Stellungnahmen und Gutachten zu konkreten Regelungsvorhaben hoch (§ 3 Abs. 1 Nr. 5 und 6 LobbyRG).
  • Verhalten im Gespräch: Interessenvertretung muss offen, transparent, ehrlich und integer sein. Bei jedem Kontakt sind Identität, Anliegen und gegebenenfalls der Auftraggeber offenzulegen. Beim ersten Kontakt ist auf den Registereintrag und den Verhaltenskodex hinzuweisen. Erfolgshonorare sind unzulässig (§ 5 LobbyRG).
  • Hausausweis und Anhörungen: Der Bundestag kann Zugangsberechtigungen für Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter an einen ordnungsgemäßen Eintrag knüpfen. Ein als „nicht aktualisiert“ gekennzeichneter Eintrag oder ein festgestellter Verstoß gegen den Verhaltenskodex kann den Zugang und die Teilnahme an Anhörungen kosten (§ 6 LobbyRG).
  • Bußgelder: Wer Angaben nicht, falsch oder zu spät einträgt, handelt ordnungswidrig. Bei Vorsatz drohen bis zu 50.000 Euro, bei Fahrlässigkeit bis zu 20.000 Euro (§ 7 LobbyRG).
Grafik mit vier Kacheln zu den Pflichten aus dem Lobbyregister: Name im Register für alle, die nicht nur gelegentlich Kontakt halten; Angabe früherer Funktionen in Bundestag, Regierung und Verwaltung der letzten fünf Jahre; offen auftreten und Identität, Anliegen und Auftraggeber nennen; Bußgeld bis 50.000 Euro bei vorsätzlich falschem Eintrag. Quelle: Lobbyregistergesetz, Paragrafen 3, 5 und 7.

Brüssel und Länder: Für die EU gibt es das gemeinsame Transparenzregister von Europäischem Parlament, Rat und Kommission. Seit 2021 ist die Registrierung de facto verpflichtend, etwa für Treffen mit Kommissionsmitgliedern und Abgeordneten (EU-Transparenzregister). Auch Länder haben eigene Regeln, Bayern zum Beispiel seit 2022 ein eigenes Lobbyregistergesetz für Landtag und Staatsregierung (BayLobbyRG). Wer auf Landesebene arbeitet, sollte die Regeln des jeweiligen Landes prüfen.

Wie sieht der Berufsalltag aus und was belastet?

Die Bundesagentur für Arbeit beschreibt häufig wechselnde Aufgaben, Abend- und Wochenendtermine, Reisen zu Konferenzen und Veranstaltungen sowie viel Bildschirmarbeit (BERUFENET). Sitzungswochen im Bundestag, Anhörungen und Fristen für Stellungnahmen bestimmen den Takt.

Aus meiner Arbeit mit Menschen in politischen Rollen kenne ich einige wiederkehrende Spannungen. Das ist meine Einordnung, keine gemessene Größe:

  • Zwei Erwartungswelten: Die eigene Organisation erwartet schnelle, sichtbare Ergebnisse. Politische Prozesse folgen eigenen Zeitplänen und Zuständigkeiten. Wer in diesem Beruf arbeitet, steht dazwischen und muss beides erklären.
  • Wirkung lässt sich schwer zeigen: Eine politische Entscheidung hat viele Ursachen. Wer seinen Erfolg nur an einem Gesetz misst, gerät unter Druck. Hilfreicher sind Kriterien wie Frühzeitigkeit, Zugang zu Anhörungen und verlässliche Ansprechpartner.
  • Rolle und Überzeugung: Manchmal vertritt man Positionen, die man persönlich anders sieht. Das gilt besonders nach einem Wechsel aus Partei oder Fraktion. Eine klare Haltung zur eigenen Rolle schützt vor Dauerstress.
  • Öffentliche Sichtbarkeit: Durch das Lobbyregister ist der eigene Name mit dem Arbeitgeber und früheren Funktionen öffentlich verknüpft. Das sollte man vor einem Wechsel bedenken.

Wie ich Sie unterstütze

Ich bin systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach und arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten. Lobbyarbeit im Auftrag Dritter mache ich nicht. Wenn Beteiligte miteinander ins Gespräch kommen sollen, vermittle und moderiere ich.

Ich begleite Politikerinnen und Politiker, Kandidierende, Fraktionen, Parteien und Ministerien, etwa bei Strategie, Konflikten im Team und Entscheidungen unter Druck. Dazu gehören auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Abgeordnetenbüros und Fraktionen, zum Beispiel wenn sie ihre Rolle klären oder einen Wechsel vorbereiten.

Wie ich arbeite, lesen Sie unter Politik-Coaching, systemische Beratung und Methoden.

Wenn Sie Ihre Situation besprechen möchten, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).

Häufige Fragen zu Public Affairs Manager

Was macht ein Public Affairs Manager konkret?

Sie beobachten politische Vorhaben, analysieren, wer entscheidet, formulieren Positionen der eigenen Organisation und führen Gespräche mit Politik und Verwaltung. Nach innen erklären sie Geschäftsführung und Fachabteilungen, was politisch möglich ist. Die Bundesagentur für Arbeit fasst das als strategische Steuerung des Umgangs mit politischen Entscheidungsprozessen zusammen (BERUFENET).

Welche Ausbildung braucht ein Public Affairs Manager?

Eine geregelte Ausbildung gibt es nicht. Üblich ist ein Studium, etwa Politikwissenschaft, Wirtschaftsrecht, Kommunikationswissenschaft oder Wirtschaftswissenschaften. Praktische Erfahrung im Bundestag, in einer Fraktion, einem Ministerium oder einem Verband ist für den Einstieg oft wichtiger als das Fach.

Was verdient ein Public Affairs Manager?

Laut Entgeltatlas liegt das mittlere Bruttoentgelt der zugehörigen Berufsgattung bei 6.961 Euro im Monat in Vollzeit, ein Viertel verdient weniger als 5.594 Euro (Entgeltatlas). Die Werte gelten für Expertinnen und Experten der Öffentlichkeitsarbeit insgesamt.

Muss ich mich als Public Affairs Manager selbst ins Lobbyregister eintragen?

In der Regel trägt sich die Organisation ein, für die Sie arbeiten. Sie werden dort namentlich genannt, wenn Sie Interessenvertretung nicht nur bei Gelegenheit unmittelbar ausüben, zusammen mit früheren Funktionen in Bundestag, Bundesregierung oder Bundesverwaltung der letzten fünf Jahre (§ 3 LobbyRG). Wer selbständig für Dritte arbeitet, muss sich selbst eintragen (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 LobbyRG).

Wie unterscheidet sich Public Affairs von Lobbyismus?

Lobbying ist die direkte Einflussnahme auf konkrete Entscheidungen und damit ein Teil von Public Affairs. Der Oberbegriff umfasst zusätzlich Monitoring, Analyse, interne Beratung und öffentliche Kommunikation. Mehr dazu im Beitrag Public Affairs.

In welchen Organisationen arbeiten Public Affairs Manager?

Vor allem in Unternehmen, Wirtschafts- und Berufsverbänden, gemeinnützigen Organisationen, NGOs und Agenturen. Im Lobbyregister sind am 17.10.2026 1.845 Unternehmen und 412 Beratungsunternehmen oder selbständige Beraterinnen und Berater eingetragen (Lobbyregister, Statistik).

Quellen

  • Bundesagentur für Arbeit: BERUFENET, Public-Affairs-Manager/in (abgerufen 17.10.2026). https://web.arbeitsagentur.de/berufenet/beruf/136261
  • Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Public-Affairs-Manager/in (KldB 92204, Datenstand 2025, abgerufen 17.10.2026). https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/136261
  • Bundesagentur für Arbeit: Entgeltatlas, Politische/r Berater/in (KldB 92203, abgerufen 17.10.2026). https://web.arbeitsagentur.de/entgeltatlas/beruf/14963
  • Deutscher Bundestag: Lobbyregister, Statistik Tätigkeitskategorien (abgerufen 17.10.2026). https://www.lobbyregister.bundestag.de/startseite/tatigkeitskategorien-statistik
  • Deutscher Bundestag: Bericht der registerführenden Stelle über die Führung des Lobbyregisters, Drucksache 20/15100 (24.03.2025). https://dserver.bundestag.de/btd/20/151/2015100.pdf
  • Lobbyregistergesetz (LobbyRG), Gesamttext, zuletzt geändert durch Art. 4 G v. 12.06.2024. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/BJNR081800021.html
  • Lobbyregistergesetz, § 1. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__1.html
  • Lobbyregistergesetz, § 2. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__2.html
  • Lobbyregistergesetz, § 3. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__3.html
  • Lobbyregistergesetz, § 5. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__5.html
  • Lobbyregistergesetz, § 6. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__6.html
  • Lobbyregistergesetz, § 7. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__7.html
  • Lobbyregistergesetz, § 8. https://www.gesetze-im-internet.de/lobbyrg/__8.html
  • Bundesministergesetz, § 6a. https://www.gesetze-im-internet.de/bming/__6a.html
  • Bundesministergesetz, § 6b. https://www.gesetze-im-internet.de/bming/__6b.html
  • Bundesbeamtengesetz, § 105. https://www.gesetze-im-internet.de/bbg_2009/__105.html
  • Abgeordnetengesetz, § 57. https://www.gesetze-im-internet.de/abgg/__57.html
  • Europäische Union: Transparenzregister (abgerufen 17.10.2026). https://transparency-register.europa.eu/index_de
  • Bayerisches Lobbyregistergesetz (BayLobbyRG). https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/BayLobbyRG

Über den Autor

Ich bin Sebastian Flack, systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach. Als Sozial- und Politikwissenschaftler (M.A.) und Ex-Soldat bin ich seit über zehn Jahren in der Politikberatung tätig. Ich begleite Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen und Organisationen dabei, in komplexen Lagen klar und handlungsfähig zu bleiben.

Meine Arbeit verbindet wissenschaftliche Fundierung, praktische Erfahrung und eine systemische Denkweise. Ich arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten.

Politikberater Sebastian Flack

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