Systemische Beratung

Die politische Arbeit ist komplex. Organisationen, Verbände und Einzelpersonen stehen vor großen Herausforderungen. Die systemische Beratung bietet hier einen wirksamen Beratungsansatz, um nachhaltige Lösungen zu finden. Sie ist mehr als nur eine Beratungsform – sie ist eine Haltung, die das Zusammenspiel aller Teile eines Systems in den Blick nimmt. Gerade in der Politikberatung hilft dieser Ansatz, Probleme nicht isoliert zu betrachten, sondern im gesamten Kontext zu verstehen.

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Die Grundlagen der systemischen Beratung

Die systemische Beratung hat ihre Wurzeln in der systemischen Therapie und der Familientherapie. Ihre Grundlagen basieren auf der Systemtheorie, dem Konstruktivismus und der Kybernetik. Ein zentrales Wesen des systemischen Denkens ist die Annahme, dass Menschen und Organisationen soziale Systeme sind. Ihr Verhalten und ihre Probleme entstehen aus den Wechselwirkungen und Beziehungen innerhalb dieses Systems. Ein systemischer Berater schaut daher nicht nur auf die Personen selbst, sondern auf das gesamte System, in dem sie agieren.

Anwendungsfelder in der Politikberatung

Die Methoden der systemischen Beratung sind vielfältig und lassen sich in vielen Bereichen der Politik anwenden. Dazu gehören:

Organisationsberatung: Für Unternehmen, Verbände und politische Organisationen, die ihre internen Strukturen und Prozesse verbessern wollen.

Coaching: Für Einzelpersonen und Führungskräfte, die ihre persönliche Weiterentwicklung vorantreiben und ihre Ressourcen aktivieren möchten.

Teamentwicklung: Für Teams und Gruppen, die Konflikte lösen und ihre Zusammenarbeit effektiver gestalten wollen.

Supervision: Zur Reflexion der eigenen Arbeit und zur Qualitätssicherung für Berater und Experten.

In all diesen Arbeitsfeldern geht es darum, neue Perspektiven und Sichtweisen zu eröffnen. Das Ziel ist es, die Klienten zu befähigen, ihre eigenen Lösungen zu finden.

Die Haltung des systemischen Beraters

Ein systemischer Berater versteht sich nicht als Experte, der fertige Lösungen präsentiert. Vielmehr ist er ein Begleiter, der durch gezielte Fragen und Methoden neue Denk-Prozesse anstößt. 

Die Haltung ist geprägt von Neugier, Respekt und Allparteilichkeit. Der Berater hilft dabei, die verborgenen Ressourcen im System zu entdecken und zu nutzen. Er betrachtet Probleme als Chance für Veränderungen und unterstützt die Klienten dabei, ihre Ziele zu erreichen. Diese Art der Beratung ist eine anerkannte Methode, die von Fachverbänden wie der DGSF und der SG vertreten wird.

Das systemische Vorgehen

Das systemische Vorgehen ist lösungsorientiert. Statt lange die Ursachen von Problemen zu analysieren, richtet der systemische Ansatz den Blick auf die gewünschte Zukunft. Was soll anders sein? Woran würden Sie eine Veränderung erkennen? Diese Fragen helfen, den Fokus zu verschieben. Der Berater arbeitet mit verschiedenen Methoden aus der Praxis, um die Wechselwirkungen im System sichtbar zu machen. So können Klienten – ob Paare, Familien oder ganze Organisationen – neue Sichtweisen entwickeln und ihr Verhalten ändern. Es geht darum, das System zu verstehen und die eigenen Ressourcen für positive Veränderungen zu nutzen.

Systemische Beratung – Systemischer Berater mit systemischem Ansatz

Aspekt der systemischen Beratung Beschreibung & Methodik Nutzen & Wirkung
Systemische Beratung: Grundverständnis Systemische Beratung versteht Menschen als Teil größerer Systeme. Ein systemischer Berater betrachtet nicht nur das Individuum, sondern das gesamte soziale Gefüge. Systemisch bedeutet, Wechselwirkungen, Muster und Beziehungen zu analysieren. Die systemische Beratung geht davon aus, dass Lösungen im System selbst liegen. Ein systemischer Berater aktiviert Ressourcen und fördert Selbstorganisation. Systemisch arbeiten heißt, kontextbezogen und ganzheitlich zu denken. Ganzheitliche Sicht, nachhaltige Lösungen, Stärkung der Selbstwirksamkeit, Berücksichtigung aller Beteiligten
Systemischer Berater: Haltung und Rolle Ein systemischer Berater nimmt eine neutrale, wertschätzende Haltung ein. Systemische Beratung verzichtet auf Ratschläge und fördert Eigenverantwortung. Systemisch bedeutet hier, nicht zu bewerten, sondern Perspektiven zu erweitern. Der systemische Berater ist neugierig, respektvoll und ressourcenorientiert. Systemische Beratung schafft Raum für Reflexion und neue Sichtweisen. Ein systemischer Berater begleitet Prozesse, ohne Lösungen vorzugeben. Vertrauensvolle Atmosphäre, Respekt für Autonomie, Förderung eigener Lösungskompetenz, keine Abhängigkeit
Systemisch: Zirkularität und Wechselwirkungen Systemische Beratung analysiert zirkuläre Muster statt linearer Ursachen. Ein systemischer Berater fragt: Wie beeinflussen sich Elemente gegenseitig? Systemisch denken bedeutet, Rückkopplungsschleifen zu erkennen. Die systemische Beratung betrachtet, wie Verhalten eines Mitglieds das System beeinflusst. Ein systemischer Berater nutzt zirkuläre Fragen zur Erhellung von Dynamiken. Systemisch arbeiten heißt, Wechselwirkungen sichtbar zu machen. Mustererkennung, Verständnis für Komplexität, Aufdeckung verborgener Dynamiken, Ansatzpunkte für Veränderung
Systemische Beratung: Ressourcenorientierung Systemische Beratung fokussiert auf Stärken und Ressourcen statt auf Defizite. Ein systemischer Berater fragt: Was funktioniert bereits gut? Systemisch bedeutet, an vorhandene Kompetenzen anzuknüpfen. Die systemische Beratung aktiviert innere und äußere Ressourcen des Systems. Ein systemischer Berater würdigt Erfolge und stärkt Selbstvertrauen. Systemisch arbeiten heißt, Potenziale zu entdecken und zu nutzen. Stärkung des Selbstwertgefühls, Motivation, realistische Lösungen, Aufbau auf Vorhandenem
Systemischer Berater: Lösungsorientierung Systemische Beratung konzentriert sich auf Lösungen statt auf Problemanalyse. Ein systemischer Berater fragt: Wie sieht die gewünschte Zukunft aus? Systemisch bedeutet, vom Ziel her zu denken und zu planen. Die systemische Beratung nutzt Techniken wie Wunderfrage und Skalierung. Ein systemischer Berater hilft, kleine Schritte zur Lösung zu identifizieren. Systemisch arbeiten heißt, Ausnahmen vom Problem zu erkunden. Zukunftsorientierung, Hoffnung, konkrete Handlungsschritte, schnellere Fortschritte
Systemisch: Konstruktivismus und Vielperspektivität Systemische Beratung basiert auf konstruktivistischem Denken: Realität ist subjektiv konstruiert. Ein systemischer Berater respektiert unterschiedliche Wirklichkeiten. Systemisch bedeutet, keine objektive Wahrheit zu beanspruchen. Die systemische Beratung fördert Perspektivwechsel und Reframing. Ein systemischer Berater nutzt Fragen, um alternative Sichtweisen zu eröffnen. Systemisch arbeiten heißt, Vielfalt als Ressource zu sehen. Erweiterung des Denkens, Toleranz für Ambiguität, kreative Lösungen, Reduktion von Konflikten
Systemische Beratung: Kontextbezogenheit Systemische Beratung betrachtet Probleme immer im Kontext des Systems. Ein systemischer Berater fragt: In welchem Umfeld tritt das Problem auf? Systemisch bedeutet, Rahmenbedingungen und Umweltfaktoren einzubeziehen. Die systemische Beratung analysiert, wie Kontext Verhalten beeinflusst. Ein systemischer Berater berücksichtigt kulturelle, soziale und organisationale Faktoren. Systemisch arbeiten heißt, Lösungen kontextgerecht zu entwickeln. Realistische Lösungen, Berücksichtigung von Rahmenbedingungen, nachhaltige Veränderungen, Systempassung
Systemischer Berater: Fragetechniken Systemische Beratung nutzt spezifische Fragetechniken als zentrale Methode. Ein systemischer Berater stellt zirkuläre, hypothetische und lösungsorientierte Fragen. Systemisch bedeutet, durch Fragen neue Perspektiven zu eröffnen. Die systemische Beratung verwendet Skalierungsfragen, Wunderfragen und Ausnahmefragen. Ein systemischer Berater regt durch Fragen Reflexion und Selbsterkenntnis an. Systemisch arbeiten heißt, Fragen statt Antworten zu geben. Aktivierung eigener Denkprozesse, Erkenntnisgewinn, Selbstverantwortung, nachhaltige Veränderung
Systemisch: Neutralität und Allparteilichkeit Systemische Beratung wahrt Neutralität gegenüber allen Systemmitgliedern. Ein systemischer Berater ist allparteilich: für alle und gegen niemanden. Systemisch bedeutet, keine Koalitionen einzugehen oder Partei zu ergreifen. Die systemische Beratung respektiert alle Perspektiven gleichermaßen. Ein systemischer Berater schafft einen sicheren Raum für alle Beteiligten. Systemisch arbeiten heißt, Balance und Fairness zu wahren. Vertrauen aller Beteiligten, faire Prozesse, konstruktive Zusammenarbeit, nachhaltige Lösungen
Systemische Beratung: Selbstorganisation fördern Systemische Beratung vertraut auf die Selbstorganisationsfähigkeit von Systemen. Ein systemischer Berater gibt keine Lösungen vor, sondern aktiviert Eigenkräfte. Systemisch bedeutet, dass Systeme ihre Probleme selbst lösen können. Die systemische Beratung schafft Bedingungen für Selbstorganisation. Ein systemischer Berater unterstützt Prozesse, ohne zu steuern. Systemisch arbeiten heißt, Autonomie und Eigenverantwortung zu stärken. Nachhaltige Veränderungen, Unabhängigkeit, Stärkung der Selbstwirksamkeit, dauerhafte Lösungen
Systemischer Berater: Hypothesenbildung Systemische Beratung arbeitet mit Hypothesen statt mit Diagnosen. Ein systemischer Berater entwickelt vorläufige Annahmen über Systemdynamiken. Systemisch bedeutet, Hypothesen als Arbeitsinstrument zu nutzen, nicht als Wahrheit. Die systemische Beratung überprüft und revidiert Hypothesen im Prozess. Ein systemischer Berater bleibt offen für neue Informationen und Perspektiven. Systemisch arbeiten heißt, neugierig und explorativ zu bleiben. Flexibilität, Offenheit, keine Festlegung, prozessorientiertes Vorgehen, Anpassungsfähigkeit
Systemisch: Anwendungsbereiche Systemische Beratung findet Anwendung in vielen Bereichen: Organisationen, Teams, Familien, Politik. Ein systemischer Berater arbeitet mit Einzelpersonen, Paaren, Gruppen und Organisationen. Systemisch bedeutet, den Ansatz flexibel an verschiedene Kontexte anzupassen. Die systemische Beratung ist wirksam bei Konflikten, Veränderungsprozessen und Entwicklungsthemen. Ein systemischer Berater unterstützt bei beruflichen, privaten und gesellschaftlichen Anliegen. Systemisch arbeiten heißt, universell einsetzbar zu sein. Vielseitige Einsetzbarkeit, breites Anwendungsspektrum, Anpassungsfähigkeit, universelle Wirksamkeit

Systemische Beratung als Alternative zur klassischen Therapie

Die systemische Beratung ist keine Psychotherapie im klassischen Sinne, auch wenn sie aus der systemischen Therapie entstanden ist. Sie ist eine Form der Beratung, die sich an gesunde Menschen in herausfordernden Lebenssituationen richtet. Sie kann bei beruflichen Konflikten, im Management von Unternehmen oder bei der Weiterentwicklung von Teams helfen. Im Gegensatz zur Therapie, die oft auf die Behandlung von Störungen abzielt, fokussiert die systemische Beratung auf die Stärkung der vorhandenen Ressourcen und die Entwicklung neuer Perspektiven. Sie ist ein wirksames Instrument für alle, die ihr Leben und ihre Arbeit aktiv gestalten wollen.

Kurzüberblick zur systemischen Beratung

Systemische Beratung ist ein Beratungsansatz, der Menschen, Teams oder Organisationen dabei unterstützt, eigene Lösungen für ihre Anliegen zu entwickeln, indem er die Wechselwirkungen und Dynamiken innerhalb ihres sozialen Systems betrachtet.

Definition: Der Begriff „systemisch“ bezieht sich auf die Annahme, dass Individuen immer als Teil eines größeren Systems (z. B. Familie, Team, Organisation) zu verstehen sind. Systemische Beratung basiert auf dem Ansatzes, dass Probleme, Sichtweisen und Verhaltensweisen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit den Beziehungen und Mustern des gesamten Systems betrachtet werden. Die systemische Methodik ist geprägt von einer ressourcen- und lösungsorientierten Haltung, die Vielfalt der Konzepte und die Offenheit für unterschiedliche Sichtweisen. Zentrale Grundlagentheorien sind die Systemtheorie, der Konstruktivismus und die Kybernetik zweiter Ordnung. Die wissenschaftliche Fundierung der systemischen Beratung ist unterschiedlich ausgeprägt; während die systemische Therapie in bestimmten Bereichen als wirksam anerkannt ist, gibt es für die Beratung weniger empirische Evidenz.

Zentrale Grundannahmen der systemischen Beratung

  • Systemische Beratung versteht den Menschen als Teil eines sozialen Systems, dessen Leben, Probleme und Lösungen durch Beziehungen, Muster und Dynamiken geprägt sind.

  • Probleme werden als Teil des Systems analysiert, nicht als isolierte Störung des Einzelnen. Die Betrachtung erfolgt stets im Kontext des gesamten Systems und seiner Wechselwirkungen.

  • Die Haltung der Berater:innen ist geprägt von Beziehungsneutralität, Problemneutralität und Lösungsneutralität sowie von Respekt, Offenheit, Neugier und Wertschätzung gegenüber dem Wesen und den Sichtweisen der Klient:innen.

  • Der Beratungsansatz ist ressourcen- und lösungsorientiert: Ziel ist es, die Selbstorganisation und Eigenverantwortung der Klient:innen zu fördern, indem sie ihre eigenen Kompetenzen und Ressourcen aktivieren, um tragfähige Lösungen zu entwickeln.

  • Systemische Beratung schlägt keine konkreten Lösungen vor, sondern regt Reflexion und Perspektivwechsel an, um neue Handlungsmöglichkeiten zu eröffnen.

  • Die Methodik ist vielfältig, prozessorientiert und integrativ, wobei verschiedene Konzepte und Vorgehensweisen je nach Kontext angewendet werden.

  • Systemische Beratung ist keine heilkundliche Behandlung und keine Psychotherapie. Sie bietet Begleitung, Stabilisierung und Unterstützung bei Lebenssituationen, ohne einen Heilungsauftrag zu verfolgen.

  • Rechtlich ist systemische Beratung nicht geschützt; es gibt keine einheitlichen Standards für die Ausbildung.

 

Abgrenzung zu Therapie und Coaching: Systemische Beratung, Coaching und Psychotherapie sind unterschiedliche Ansätze mit jeweils eigenen Zielen und Vorgehensweisen. Coaching ist meist ziel- und entwicklungsorientiert und fokussiert auf persönliche oder berufliche Entwicklung. Systemische Therapie ist eine heilkundliche Behandlung, die bei psychischen Störungen eingesetzt wird und oft mit medizinischer Diagnose verbunden ist.

Systemische Beratung hingegen ist nicht klinisch, sondern unterstützt Klient:innen bei der Entwicklung eigener Lösungen und der Aktivierung ihrer Ressourcen, ohne therapeutische oder heilkundliche Behandlung zu leisten. Alle drei Ansätze teilen jedoch die Überzeugung, dass Klient:innen grundsätzlich in der Lage sind, ihre Probleme selbst zu lösen.

Historische Wurzeln der systemischen Beratung

Die systemische Beratung hat ihre Ursprünge in der Kybernetik und der allgemeinen Systemtheorie. In den 1950er und 1960er Jahren legten Pioniere wie Gregory Bateson, Heinz von Foerster und Niklas Luhmann die theoretischen Grundlagen, indem sie das Zusammenspiel und die Wechselwirkungen innerhalb von Systemen erforschten. Besonders die Familientherapie entwickelte sich in den 1970er Jahren zu einem zentralen Anwendungsfeld der systemischen Therapie. Wilhelm Rotthaus prägte als einer der bedeutendsten Vertreter im deutschsprachigen Raum die Verbindung von systemtheoretischen Grundlagen mit praxisnaher Beratung, Therapie und Coaching. Seine Arbeit trug maßgeblich dazu bei, dass systemische Ansätze nicht nur in der Familientherapie, sondern auch in Organisationen, Teams und anderen sozialen Systemen Anwendung fanden. So wurde aus der ursprünglichen Familientherapie ein vielseitiges Beratungsmodell, das heute in unterschiedlichsten Kontexten eingesetzt wird.

Rollen des Beraters in der systemischen Beratung

Systemische Berater sind qualifizierte Experten, die über fundierte Kompetenzen und eine zertifizierte Ausbildung verfügen. Sie begleiten Personen – dazu zählen Einzelpersonen, Paare, Familien, Teams und Organisationen – in unterschiedlichen Kontexten. Im Mittelpunkt steht dabei nicht das direkte Lösen von Problemen, sondern die professionelle Unterstützung als Prozessbegleiter. Systemische Berater helfen Klienten, ihre eigenen Stärken und Fähigkeiten zu entdecken, um Herausforderungen und Probleme im jeweiligen Systemkontext zu meistern. Sie arbeiten ressourcenorientiert und unterstützen die Entwicklung individueller Lösungen, anstatt diese vorzugeben.

Ein zentrales Element der systemischen Beratung ist die Haltung des Beraters. Diese Haltung ist geprägt von Neutralität, Akzeptanz, Wertschätzung, Respekt, Offenheit und einer neugierigen Grundhaltung gegenüber den Klienten. Die systemische Haltung beeinflusst das methodische Vorgehen maßgeblich: Unterschiedliche Sichtweisen und Erklärungsmodelle werden als gleichwertig betrachtet und aktiv in den Beratungsprozess einbezogen. Das Ziel ist es, gemeinsam mit den Klienten klare Zielsetzungen zu definieren und nachhaltige Entwicklungspotenziale zu entfalten.

Systemische Berater agieren häufig als Vermittler bei Konflikten in Familien, Teams oder Organisationen. Sie entschärfen Konflikte, klären Missverständnisse und fördern die Zusammenarbeit, indem sie gezielte Fragen stellen, die zur Reflexion anregen und neue Lösungswege eröffnen. Ihr prozessorientiertes Vorgehen unterscheidet sich deutlich von einer klassischen Problemlöserrolle: Sie begleiten den Prozess, ermöglichen neue Sichtweisen und fördern die Eigenverantwortung der beteiligten Personen, anstatt fertige Lösungen zu präsentieren.

Methoden der systemischen Therapie und Beratung

Die systemische Beratung basiert auf einer vielfältigen Methodik und unterschiedlichen Konzepten, die sich aus dem Ansatzes der systemischen Theorie ableiten. Zentrale theoretische Grundlagen sind der Konstruktivismus, der davon ausgeht, dass Wirklichkeiten individuell konstruiert werden, sowie die Chaostheorie, die die komplexen, nichtlinearen Dynamiken in sozialen Systemen erklärt. Die systemische Beratung nutzt diese Konzepte, um die Vielfalt der Sichtweisen, die Bedeutung von Beziehungen und die Dynamik innerhalb von Systemen – wie Familien, Paare, Teams, Organisationen oder Einzelpersonen – zu verstehen und zu bearbeiten. Ziel ist es, Probleme nicht isoliert, sondern als Teil eines größeren Systems zu betrachten und gemeinsam Lösungen zu entwickeln.

Zu den wichtigsten Methoden der systemischen Beratung zählen das zirkuläre Fragen, die Wunderfrage, Reframing, Genogrammarbeit und Skulpturarbeit. Das zirkuläre Fragen hilft, verschiedene Sichtweisen und Muster in Beziehungen und im System aufzudecken, indem gezielt nach Wechselwirkungen und Dynamiken gefragt wird. Die Wunderfrage ist eine lösungsorientierte Technik, bei der Klienten sich vorstellen, wie ihr Leben ohne das aktuelle Problem aussehen würde – dies eröffnet neue Perspektiven und Ressourcen für Lösungen. Reframing setzt ein Problemverhalten in einen neuen Kontext, um es positiv zu bewerten und neue Kompetenzen sichtbar zu machen.

Die Genogrammarbeit visualisiert Beziehungsmuster, Dynamiken und Muster über mehrere Generationen hinweg und wird häufig bei Familien, aber auch bei Teams eingesetzt, um Ressourcen und wiederkehrende Probleme zu erkennen. Skulpturarbeit (Systemaufstellungen) stellt Familienmitglieder, Paare oder Teamkollegen räumlich so auf, wie der Klient die Beziehungen und Dynamik im System wahrnimmt. Dadurch werden Muster, Probleme und Ressourcen sichtbar und können gezielt bearbeitet werden.

Das Vorgehen in der systemischen Beratung ist stets prozessorientiert, ressourcen- und lösungsorientiert. Ziel der Methoden ist es, den Fokus vom sogenannten „Index-Patienten“ auf das gesamte System zu lenken, festgefahrene Kommunikations- und Verhaltensmuster zu erkennen und zu verändern sowie die Kompetenzen und Ressourcen aller beteiligten Personen, Paare oder Familien zu stärken. So unterstützt die systemische Beratung Klienten dabei, nachhaltige Lösungen für ihre Probleme zu entwickeln und die Selbstorganisation des Systems zu fördern.

Ablauf bei der systemischen Beratung

Kontaktaufnahme

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Kostenloses telefonisches Erstgespräch oder Zoomcall

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Analysegespräch / Problemverständnis (nach Wunsch)

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Beratungstermine (kurz-, mittel- oder langfristig)

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Gemeinsame Zieldefinition / Zwischenbericht, Abschlussgespräch

Systemisches Coaching

Systemisches Coaching ist ein eigenständiger Bereich innerhalb der systemischen Beratung, der sich gezielt auf die Entwicklung von Einzelpersonen und Teams in Organisationen konzentriert. Im Mittelpunkt steht die Reflexion der eigenen Rolle im Gesamtsystem und die Entwicklung neuer Perspektiven und Handlungsmöglichkeiten. Anders als defizitorientierte Ansätze legt das systemische Coaching Wert auf die Stärkung von Eigenverantwortung, Ressourcen und Gestaltungskraft der Klienten. Typische Methoden sind systemische Fragetechniken, lösungsorientierte Reflexionsprozesse und die Arbeit mit systemischen Modellen. Systemisches Coaching findet in vielfältigen Arbeitsfeldern Anwendung – von Unternehmen und Non-Profit-Organisationen über das Gesundheitswesen bis hin zur Bildung. Es unterstützt Menschen und Teams dabei, Herausforderungen im beruflichen Kontext zu meistern und nachhaltige Veränderungen zu initiieren.

Zukunft der systemischen Beratung

Die Bedeutung der systemischen Beratung wird in den kommenden Jahren weiter zunehmen. Ihr ganzheitlicher Ansatz, der die Komplexität von Organisationen, Gruppen und Einzelpersonen sowie die Wechselwirkungen zwischen verschiedenen Akteuren berücksichtigt, macht sie besonders wertvoll in einer zunehmend vernetzten Welt. Systemische Beratung profitiert von der wachsenden Bedeutung von Netzwerken, Kooperationen und interdisziplinärem Denken in Wirtschaft, Politik und Bildung. Die Methodenvielfalt und die Anpassungsfähigkeit an unterschiedliche Kontexte ermöglichen es, maßgeschneiderte Lösungen für verschiedenste Herausforderungen zu entwickeln. Ob in Unternehmen, sozialen Einrichtungen oder im öffentlichen Sektor – systemische Beratung wird als Beratungsform und Managementansatz eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Veränderungsprozessen und der Förderung von nachhaltigen Beziehungen spielen.

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