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Politische Kommunikation: Definition, Wirkung & Beispiele

Beitragsbild: Politische Kommunikation, Definition, Wirkung, Beispiele. Ein Megafon-Symbol, umgeben von vier Kreisen mit den Wörtern Botschaft, Medien, Strategie und Dialog.

Politische Kommunikation ist mehr als Rhetorik oder Öffentlichkeitsarbeit. Sie bestimmt mit, wie politische Entscheidungen entstehen, wie sie vermittelt werden und wie sie in der Gesellschaft wirken.

In diesem Beitrag erkläre ich die Definition, die wichtigsten Modelle, aktuelle Beispiele aus Deutschland, Methoden der Analyse und die Schritte einer Kommunikationsstrategie. Wenn Sie Ihre eigene Kommunikation klären möchten, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).

Wichtigste Erkenntnisse

  • Definition: Politische Kommunikation ist der Austausch von Informationen, Positionen und Deutungen über politische Themen zwischen Politik, Medien und Bürgerinnen und Bürgern.
  • Funktion: Sie ermöglicht Verständigung und begründet politische Entscheidungen. Sarcinelli nennt vier Ziele: Information, Appellation, Partizipation und politische Bildung (APuZ 50/1984, bpb).
  • Formen: Sie zeigt sich in Worten, aber auch in Symbolen, Inszenierungen, Handlungen und digitalen Formaten.
  • Beispiel Reichweite: Den Wahl-O-Mat nutzten zur Bundestagswahl 2025 rund 26 Millionen Menschen (bpb, 25.02.2025).
  • Analyse: Gängige Methoden sind Inhaltsanalyse, Framing-Analyse, Diskursanalyse und Social-Media-Monitoring.
  • Strategie: Eine Kommunikationsstrategie legt Ziele, Zielgruppen, Kernbotschaften, Kanäle und die Wirkungsprüfung fest.

Was ist politische Kommunikation?

Politische Kommunikation ist der Austausch von Informationen, Positionen und Deutungen über politische Themen zwischen Politik, Medien und Bürgerinnen und Bürgern. Sie umfasst alle Formen, in denen politische Entscheidungen vorbereitet, vermittelt, begründet und öffentlich verhandelt werden.

Einfach gesagt: Politische Kommunikation ist alles, was Politik, Medien und Bürgerinnen und Bürger einander über politische Themen mitteilen. Dazu gehören Reden, Interviews, Plakate, Pressekonferenzen, Beiträge in sozialen Medien und Gespräche an der Haustür.

Die Bundeszentrale für politische Bildung beschreibt politische Kommunikation als eine Form der Massenkommunikation, an der Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen beteiligt sind. Sie unterscheidet die politische Binnenkommunikation (innerhalb und zwischen den Staatsgewalten) von der politischen Außenkommunikation, die sich an die Öffentlichkeit richtet (bpb, Heiko Girnth: Probleme der politischen Sprachverwendung, Stand 03.07.2024). Der Politikwissenschaftler Ulrich Sarcinelli nennt vier Zielfunktionen der Politikvermittlung: Information, Appellation, Partizipation und politische Bildung (Sarcinelli in: Aus Politik und Zeitgeschichte 50/1984, bpb). Ein Lehrbuch zum Thema ist „Politische Kommunikation in der Mediengesellschaft“ von Otfried Jarren und Patrick Donges, zuletzt in 5. Auflage 2022 erschienen (Kommentierte Bibliographie Sprache und Politik, Universität Marburg).

In demokratischen Systemen hat politische Kommunikation eine doppelte Funktion: Sie ermöglicht die Verständigung zwischen politischen Akteurinnen und Akteuren sowie Bürgerinnen und Bürgern, und sie begründet politische Entscheidungen und strukturiert öffentliche Debatten. Sie zeigt sich auch in Symbolen, visuellen Inszenierungen, Handlungen und digitalen Formaten. Ein Beispiel für einen Begriff, der die politische Kommunikation in Deutschland stark geprägt hat, ist die Brandmauer zur AfD.

Wie wirkt politische Kommunikation?

Die Wirkung politischer Kommunikation reicht über die Weitergabe von Informationen hinaus. Auf der inhaltlichen Ebene transportiert sie Positionen, Programme und Argumente. Über Symbolik und Inszenierung schafft sie emotionale Zugänge, die für politische Bindung und Mobilisierung wichtig sein können. Eine Rede im Parlament wirkt nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auch durch Gestik, Tonfall und Kontext.

Besonders sichtbar wird das dort, wo politische Entscheidungen auf Akzeptanz angewiesen sind: in der Gesetzgebung, in Krisen oder bei gesellschaftlichen Umbrüchen. Hier hängt oft von der Kommunikation ab, ob Maßnahmen verstanden und unterstützt oder abgelehnt werden.

Eine wichtige Rolle spielen die Medien. Sie vermitteln politische Kommunikation nicht nur, sie deuten sie auch: Sie setzen Themen, rahmen Inhalte und gewichten Ereignisse. Damit beeinflussen sie, welche Botschaften überhaupt wahrgenommen werden. Mehr dazu im Beitrag Einfluss der Medien auf die Politik.

Politische Kommunikation ist damit ein Mittel, um Zustimmung und Macht zu gewinnen, und zugleich mit Verantwortung verbunden: Sie kann aufklären, verbinden und Vertrauen schaffen, aber auch spalten und Vertrauen beschädigen.

Welche Modelle der politischen Kommunikation gibt es?

Um politische Kommunikation zu beschreiben, nutzt die Forschung verschiedene Modelle. Sie zeigen, wie Botschaften entstehen, vermittelt und gedeutet werden.

  • Sender-Empfänger-Modell (Shannon und Weaver, Lasswell-Formel): Wer sagt was, über welchen Kanal, zu wem, mit welcher Wirkung? Das Modell ist einfach, bildet aber bis heute die Grundlage für die Analyse von Botschaften, Zielgruppen und Medienkanälen, etwa bei Wahlkampfstrategien oder bei der Untersuchung von Propaganda.
  • Diskursmodell (Habermas, deliberative Demokratie): Politische Kommunikation ist ein öffentlicher Dialog. Im Mittelpunkt stehen Argumentation, Verständigung und Beteiligung. Das Modell beschreibt nicht nur, es ist auch ein normatives Ideal: Politik soll sich im offenen Diskurs vor der Gesellschaft begründen. Es spielt in Debatten um Demokratietheorie, Legitimität und Bürgerbeteiligung eine Rolle.
  • Netzwerkmodell: Politische Kommunikation ist kein linearer Prozess, sondern ein Wechselspiel vieler Akteurinnen und Akteure wie Parteien, Medien, NGOs, Bürgerinnen und Bürger oder Influencerinnen und Influencer. Das Modell erklärt Dynamiken in sozialen Medien, etwa Echokammern oder schnelle Online-Mobilisierung.
Drei Modelle der politischen Kommunikation: Sender-Empfänger, Diskurs, Netzwerk

Welche Beispiele für politische Kommunikation gibt es?

Im Alltag begegnet uns politische Kommunikation auf viele Arten: wenn eine Ministerin eine Gesetzesänderung in einer Pressekonferenz erklärt, wenn ein Bürgermeister auf Facebook Fragen beantwortet, wenn ein Politiker Haustürwahlkampf macht oder eine Partei ihr Wahlprogramm vorstellt. Typische Beispiele sind:

  • eine Talkshow, in der über ein aktuelles Thema debattiert wird
  • ein Protestplakat mit einer zugespitzten Botschaft
  • ein Video-Statement einer Politikerin oder eines Politikers in sozialen Medien
  • ein Wahlplakat mit visueller und sprachlicher Zuspitzung
  • eine Onlinekampagne zu einem umstrittenen Thema
  • ein Newsletter aus einem Ministerium
  • eine Bürgerveranstaltung mit Livestream
  • ein Beitrag auf X oder ein TikTok-Video mit politischer Botschaft

Aktuelle Beispiele aus Deutschland (2024 bis 2026)

TV-Duell zur Bundestagswahl 2025. Das Fernsehduell zwischen Olaf Scholz (SPD) und Friedrich Merz (CDU) am 9. Februar 2025 sahen 12,26 Millionen Menschen bei ARD und ZDF, der Marktanteil lag bei 41,2 Prozent. Bei den 14- bis 49-Jährigen schalteten 3,02 Millionen ein (Horizont, 10.02.2025).

Wahlkampf auf TikTok und Instagram 2025. Anders als zur Europawahl 2024 setzten alle im 20. Bundestag vertretenen Parteien im Wahlkampf auf TikTok. Eine Studie für die Friedrich-Ebert-Stiftung zählte beim Kanal von Heidi Reichinnek (Die Linke) 29 Videos mit zusammen 40 Millionen Aufrufen, beim Kanal @insideCDU 153 Videos mit 19 Millionen Aufrufen. Die Reichweite der AfD erklärt die Studie vor allem mit einem Netzwerk aus Unterstützerkonten und mutmaßlich unauthentischen Konten (Friedrich-Ebert-Stiftung, Pressemitteilung 16.05.2025). Eine zweite Untersuchung wertete über 18.000 Kurzvideos von Parteien und Abgeordneten zwischen dem 1. Januar und dem 23. Februar 2025 aus (Bertelsmann Stiftung, „POV: Wahlkampf“, 19.05.2025).

Wahl-O-Mat als Informationsangebot. Der Wahl-O-Mat der Bundeszentrale für politische Bildung wurde zur Bundestagswahl 2025 rund 26 Millionen Mal genutzt, über 22 Prozent mehr als 2021 (21,3 Millionen) (bpb, Pressemitteilung 25.02.2025). Das ist politische Kommunikation einer staatlichen Einrichtung, die informiert, ohne für eine Partei zu werben.

Krisenkommunikation beim Hochwasser in Bayern 2024. Nach dem Hochwasser Anfang Juni 2024 tagte der bayerische Ministerrat am 4. Juni 2024 zu den Folgen. Die anschließende Pressekonferenz mit Ministerpräsident Markus Söder und drei Ministern wurde live auf bayern.de, YouTube und Facebook übertragen (Bayerische Staatskanzlei, Pressemitteilung vom 03.06.2024). Parallel gab es öffentliche Kritik an früheren Einsparungen beim Hochwasserschutz (t-online, 02.06.2024). Beides gehört zur Krisenkommunikation.

Regierungskampagne „Das kann Deutschland“. Am 3. November 2025 startete die Bundesregierung eine Kampagne, die ihre bisherigen Entscheidungen erklären soll (Regierungspressekonferenz vom 03.11.2025, Kampagnenseite der Bundesregierung). Ein Beispiel für Regierungskommunikation.

Der Bundestag auf TikTok. Seit dem 1. Oktober 2026 betreibt der Deutsche Bundestag einen eigenen TikTok-Kanal. Ziel ist laut Bundestagspräsidentin Julia Klöckner, junge Menschen besser zu erreichen. Das Parlament war zuvor schon unter anderem auf Instagram, YouTube und X aktiv (dpa via Volksstimme, 01.10.2026).

Die Beispiele zeigen: Politische Kommunikation ist nicht auf professionelle Kampagnen beschränkt. Sie ist ein ständiger, öffentlicher Aushandlungsprozess und Teil der politischen Meinungsbildung.

Ist politische Kommunikation nur ein Austausch von Informationen?

Nein. Politische Kommunikation ist ein wechselseitiger Prozess, der von Sprache, Bildern, kulturellen Codes, Machtverhältnissen und gesellschaftlichem Kontext geprägt ist. Jede Botschaft wird in einem bestimmten Rahmen produziert, wahrgenommen und gedeutet.

  • Framing beschreibt, wie Themen in Deutungsmuster eingebettet werden. Ein Thema kann als Bedrohung, Chance, Skandal oder Lösung dargestellt werden und wird je nach Rahmung unterschiedlich wahrgenommen.
  • Agenda-Setting beschreibt, wie Themen in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit rücken. Wer mitbestimmt, worüber gesprochen wird, beeinflusst die politische Debatte.
  • Storytelling bringt politische Inhalte in eine erzählerische Form, damit sie verständlicher und einprägsamer werden.

In sozialen Medien ist politische Kommunikation schneller, direkter und emotionaler geworden. Sie ermöglicht direkte Ansprache, Mobilisierung und Beteiligung, ist aber auch anfälliger für Zuspitzung, Desinformation und Polarisierung. Wie Politikerinnen und Politiker soziale Medien nutzen können, zeigt der Ratgeber Social Media für Politiker. Zur Gestaltung von Plakaten gibt es den Ratgeber Wahlplakate. Den Einsatz von künstlicher Intelligenz in Wahlkämpfen und die Kennzeichnungspflicht seit August 2026 behandelt der Beitrag KI in der Politik.

Wie analysiert man politische Kommunikation?

Mit vier gängigen Methoden:

  • Inhaltsanalyse: Themen und Akteure zählen und codieren
  • Framing-Analyse: prüfen, welche Deutung ein Text nahelegt
  • Diskursanalyse: untersuchen, wie sich Bedeutungen über viele Texte hinweg durchsetzen
  • Social-Media-Monitoring: Reichweiten und Reaktionen laufend erfassen
Vier Methoden zur Analyse politischer Kommunikation: Inhaltsanalyse, Framing-Analyse, Diskursanalyse und Social-Media-Monitoring

Was gehört in eine Kommunikationsstrategie in der Politik?

Eine Kommunikationsstrategie ist ein Plan, der festlegt, wer wem was über welchen Kanal sagt und woran der Erfolg gemessen wird. Sie gilt für Wahlkämpfe ebenso wie für Fraktionen, Ministerien oder Kommunen. Sechs Schritte:

  1. Ausgangslage klären. Welche Themen besetzen andere Akteure, wie wird über die eigene Organisation gesprochen? Hier helfen die oben genannten Analysemethoden.
  2. Ziele festlegen. Information, Mobilisierung, Beteiligung oder Vertrauen: Die vier Zielfunktionen nach Sarcinelli (Information, Appellation, Partizipation, Bildung) sind ein brauchbares Raster (APuZ 50/1984, bpb).
  3. Zielgruppen bestimmen. Wer soll erreicht werden, und wo informieren sich diese Menschen? Drei Viertel der 16- bis 27-Jährigen etwa nehmen politische Informationen auch über soziale Medien auf (Bertelsmann Stiftung, Oktober 2025).
  4. Kernbotschaften formulieren. Wenige, klare Aussagen, die in Rede, Pressemitteilung und Kurzvideo gleich bleiben.
  5. Kanäle und Formate wählen. Die bpb unterscheidet in der Regierungskommunikation Pressearbeit (Information an Journalistinnen und Journalisten) und Informationsarbeit (direkte Information der Bürgerinnen und Bürger) (bpb, Handwörterbuch des politischen Systems: Staatliche Öffentlichkeitsarbeit, 2015). Beide Wege brauchen eigene Formate.
  6. Wirkung prüfen und anpassen. Die FES-Studie zum TikTok-Wahlkampf 2025 kommt zu dem Schluss, dass es kein Standardrezept gibt und Kampagnen Trends erkennen und schnell reagieren müssen (FES, 16.05.2025).

Dazu gehört ein Krisenplan: Wer spricht, wenn etwas schiefgeht, und wie schnell?

Sechs Schritte einer politischen Kommunikationsstrategie: Ausgangslage, Ziele, Zielgruppen, Kernbotschaften, Kanäle und Wirkungsprüfung, dazu ein Krisenplan

Welche Rolle spielt politische Kommunikation in der systemischen Politikberatung?

In der systemischen Politikberatung ist politische Kommunikation kein isoliertes Werkzeug, sondern Teil des politischen Systems selbst. Sie bestimmt mit, wie Politik wahrgenommen, verstanden, kritisiert oder unterstützt wird, intern wie extern. Jede Botschaft wirkt nicht nur inhaltlich, sondern auch auf Beziehungen: Sie prägt Vertrauen, Deutungen und Handlungsfähigkeit.

Systemische Beratung fragt deshalb nicht nur, wie eine Botschaft formuliert wird, sondern auch, welche Muster, Rahmungen und unausgesprochenen Regeln in der Kommunikation wirken. Typische Fragen sind:

  • Welche Erzählungen bestimmen die Debatte?
  • Wie wird über bestimmte Themen gesprochen, und worüber wird geschwiegen?
  • Welche Rolle spielen Machtverhältnisse, Werte und Beteiligungsformate?
  • Wie lassen sich Räume für echten Dialog schaffen?

In der Praxis heißt das:

  • Resonanz analysieren: Welche Themen finden Gehör, wo entstehen Widerstände?
  • Systemische Fragen nutzen: neue Perspektiven öffnen, statt festgefahrene Muster zu wiederholen
  • Erzählungen und Frames bewusst gestalten: politische Geschichten stimmig und glaubwürdig entwickeln
  • Kommunikationsmuster reflektieren: die eigene Sprache und Wirkung im Zusammenspiel mit anderen verstehen

Gerade in Krisen, Wahlkämpfen oder bei Reformprozessen hilft dieser Blick, Konflikte abzufedern, Vorhaben klarer zu erklären und Vertrauen zwischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern und der Öffentlichkeit aufzubauen.

Wie ich Sie unterstütze

Als systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach analysiere ich mit Ihnen, wie über Sie oder Ihre Organisation gesprochen wird. Daraus entwickeln wir eine Kommunikationsstrategie mit klaren Botschaften, passenden Kanälen und einem Krisenplan. Ich arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten.

Im kostenlosen Erstgespräch (15 Minuten) klären wir, ob das zu Ihrer Lage passt.

Häufige Fragen zur politischen Kommunikation

Was macht politische Kommunikation?

Politische Kommunikation vermittelt politische Inhalte, erklärt Entscheidungen, stellt Positionen dar und verbindet Staat, Medien und Gesellschaft. Sie prägt öffentliche Debatten und beeinflusst so die politische Meinungsbildung auf allen Ebenen.

Was sind Beispiele für politische Kommunikation?

Parlamentsreden, Pressemitteilungen, Interviews, Beiträge in sozialen Medien, Demonstrationen, Kampagnen, Bürgerdialoge oder Talkshows. Auch politische Satire, visuelle Symbole und Redestrategien im Wahlkampf gehören dazu. Aktuelle Beispiele aus Deutschland stehen im Abschnitt oben.

Wie funktioniert politische Kommunikation?

Über Deutung, Inszenierung, Sprache und Emotionen. Politische Kommunikation nutzt Framing, Agenda-Setting und Erzählungen, um bestimmte Sichtweisen zu stärken. Zugleich reagiert sie auf gesellschaftliche Stimmungen, Mediendynamiken und Rückmeldungen.

Wie beeinflussen soziale Medien die politische Kommunikation?

Soziale Medien ermöglichen direkte Ansprache, Mobilisierung und Teilhabe, aber auch Desinformation, Emotionalisierung und Polarisierung. Die Geschwindigkeit und die Logik der Algorithmen stellen neue Anforderungen. Drei Viertel der 16- bis 27-Jährigen nehmen politische Informationen auch über soziale Medien auf (Bertelsmann Stiftung, Oktober 2025).

Wie unterscheidet sich politische Kommunikation von politischer Werbung?

Politische Werbung ist ein Teil der politischen Kommunikation. Sie will vor allem überzeugen und Zustimmung gewinnen, zum Beispiel im Wahlkampf. Die Sprachwissenschaft beschreibt Wahlkampfkommunikation als stark argumentativ und persuasiv (Informationsplattform Sprache und Politik, Universität Marburg). Politische Kommunikation ist weiter gefasst: Sie umfasst auch sachliche Information, die Erklärung von Entscheidungen, Bürgerdialog und Krisenkommunikation. Das Bundespresseamt beschreibt seine Aufgabe etwa als faktenbasierte und verständliche Information nach außen und innen (Leitbild des Bundespresseamtes).

Wo kann man politische Kommunikation studieren?

Politische Kommunikation ist Teil verschiedener Studiengänge, etwa in der Kommunikationswissenschaft, der Politikwissenschaft oder der Medienwissenschaft. Ein Beispiel ist der Masterstudiengang „Medien und Politische Kommunikation“ an der Freien Universität Berlin (FU Berlin). Welche Schwerpunkte andere Hochschulen anbieten, steht in den jeweiligen Studien- und Prüfungsordnungen.

Quellen

  • Bundeszentrale für politische Bildung: Heiko Girnth, Probleme der politischen Sprachverwendung (Stand 03.07.2024). https://www.bpb.de/themen/parteien/sprache-und-politik/42699/probleme-der-politischen-sprachverwendung/
  • Bundeszentrale für politische Bildung: Aus Politik und Zeitgeschichte 50/1984 (Ulrich Sarcinelli). https://www.bpb.de/system/files/apuz_files/1984-50/APuZ_1984_50.pdf
  • Universität Marburg, Informationsplattform Sprache und Politik: Kommentierte Bibliographie zu Sprache und Politik. https://www.uni-marburg.de/de/fb09/igs/arbeitsgruppen/pragmalinguistik/projekte-1/informationsplattform-sprache-und-politik-03/grundsaetzliches-zu-sprache-und-politik/kommentierte-bibliographie-zu-sprache-und-politik
  • Universität Marburg, Informationsplattform Sprache und Politik: Wahlkommunikation. https://www.uni-marburg.de/de/fb09/igs/arbeitsgruppen/pragmalinguistik/projekte-1/informationsplattform-sprache-und-politik-03/v2-themen-der-politolinguistik/wahlkommunikation
  • Horizont: TV-Quoten, über 12 Millionen verfolgen TV-Duell (10.02.2025). https://www.horizont.net/medien/nachrichten/tv-quoten-ueber-12-millionen-verfolgen-tv-duell-gute-quoten-fuer-ibes-und-super-bowl-225720
  • Friedrich-Ebert-Stiftung: Studie: So lief der TikTok-Wahlkampf für die Parteien (Pressemitteilung, 16.05.2025). https://www.fes.de/themen/pressemitteilung/studie-so-lief-der-tiktok-wahlkampf-fuer-die-parteien
  • Bertelsmann Stiftung: POV: Wahlkampf (19.05.2025). https://www.bertelsmann-stiftung.de/de/unsere-projekte/engagement-junger-menschen-fuer-demokratie/projektnachrichten/pov-wahlkampf
  • Bertelsmann Stiftung: Digitalisiert, politisiert, polarisiert? (Oktober 2025). https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/user_upload/Digitalisiert_politisiert_polarisiert.pdf
  • Bundeszentrale für politische Bildung: Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2025 übertrifft bisherigen Nutzungsrekord deutlich (Pressemitteilung, 25.02.2025). https://www.bpb.de/die-bpb/presse/pressemitteilungen/559822/wahl-o-mat-zur-bundestagswahl-2025-uebertrifft-bisherigen-nutzungsrekord-deutlich/
  • Bayerische Staatskanzlei: Pressemitteilung vom 03.06.2024. https://www.bayern.de/pdf/printpdf.php?id=152738
  • t-online: Hochwasser in Bayern, Söder-Regierung gerät in die Kritik (02.06.2024). https://www.t-online.de/nachrichten/deutschland/id_100418500/hochwasser-in-bayern-aktuell-soeder-regierung-geraet-in-die-kritik.html
  • Bundesregierung: Regierungspressekonferenz vom 3. November 2025. https://www.bundesregierung.de/breg-de/aktuelles/regierungspressekonferenz-vom-3-november-2025-2392068
  • Bundesregierung: Das kann Deutschland (Kampagnenseite). https://www.bundesregierung.de/breg-de/schwerpunkte/das-kann-deutschland
  • Volksstimme (dpa): Bundestag ist jetzt auch bei TikTok aktiv (01.10.2026). https://www.volksstimme.de/deutschland-und-welt/deutschland/bundestag-ist-jetzt-auch-bei-tiktok-aktiv-4329980
  • Bundeszentrale für politische Bildung: Staatliche Öffentlichkeitsarbeit, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung. Handwörterbuch des politischen Systems (2015). https://www.bpb.de/kurz-knapp/lexika/handwoerterbuch-politisches-system/202110/staatliche-oeffentlichkeitsarbeit-presse-und-informationsamt-der-bundesregierung/
  • Bundesregierung: Leitbild des Bundespresseamtes. https://www.bundesregierung.de/breg-de/bundesregierung/bundespresseamt/leitbild-bundespresseamt-1523438
  • Freie Universität Berlin: Masterstudiengang Medien und Politische Kommunikation. https://www.fu-berlin.de/studium/studienangebot/master/medien_politische_kommunikation/index.html

Über den Autor

Ich bin Sebastian Flack, systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach. Als Sozial- und Politikwissenschaftler (M.A.) und Ex-Soldat bin ich seit über zehn Jahren in der Politikberatung tätig. Ich begleite Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen und Organisationen dabei, in komplexen Lagen klar und handlungsfähig zu bleiben.

Meine Arbeit verbindet wissenschaftliche Fundierung, praktische Erfahrung und eine systemische Denkweise. Ich arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten.

Politikberater Sebastian Flack

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