...

Public Affairs: Definition, Aufgaben und Beratung

Illustration: Figur vor Parlamentsgebäude mit dem Titel Public Affairs: Definition, Aufgaben, Lobbyregister und die Grenze zur Politikberatung

Public Affairs ist die Arbeit an der Schnittstelle von Organisationen und Politik. Unternehmen, Verbände und Vereine wollen wissen, was in Bundestag und Ministerien geplant wird, und sie wollen ihre Sicht einbringen. In Deutschland regelt das Lobbyregistergesetz seit 2022, wer sich dafür eintragen muss und welche Regeln gelten. Dieser Beitrag erklärt, was Public Affairs ist, wie sich der Begriff von Government Affairs und Lobbying unterscheidet, welche Aufgaben Beraterinnen und Berater übernehmen und wann ein internes Team oder eine externe Agentur sinnvoll ist. Am Ende ordne ich ein, was systemische Politikberatung davon unterscheidet. Wenn Sie Ihre eigene Rolle zwischen Politik und Organisation klären wollen, buchen Sie ein kostenloses Erstgespräch (15 Minuten).

Wichtigste Erkenntnisse

  • Public Affairs ist der Oberbegriff für den Umgang einer Organisation mit Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Lobbying ist ein Teil davon, nämlich die direkte Einflussnahme auf Entscheidungen.
  • Das Lobbyregistergesetz definiert Interessenvertretung als jede Kontaktaufnahme mit dem Ziel, Entscheidungen von Bundestag oder Bundesregierung zu beeinflussen (§ 1 Abs. 3 LobbyRG, Stand 2024).
  • Am 15.10.2026 sind 6.332 aktive Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter im Lobbyregister des Bundestags eingetragen (Lobbyregister, Statistik Tätigkeitskategorien, 15.10.2026).
  • Für 2024 summieren sich die gemeldeten Aufwendungen für Interessenvertretung auf Bundesebene auf rund 910,6 Millionen Euro (Bericht der registerführenden Stelle, Drucksache 20/15100, 24.03.2025).
  • Erfolgshonorare sind in der Interessenvertretung gesetzlich verboten (§ 5 Abs. 6 LobbyRG). Das prägt, wie Public-Affairs-Arbeit bezahlt und gemessen wird.
  • Intern oder extern ist keine Entweder-oder-Frage. Die meisten registrierten Organisationen arbeiten mit eigenen Leuten; nur 358 von 5.973 Einträgen gaben Ende 2024 an, im Auftrag Dritter tätig zu sein (Drucksache 20/15100).
  • Systemische Politikberatung ist keine Lobbyarbeit. Ich berate Politikerinnen und Politiker, Parteien und Verwaltung bei ihren Entscheidungen und vertrete keine Interessen Dritter gegenüber der Politik.

Was ist Public Affairs?

Public Affairs bezeichnet alle Tätigkeiten, mit denen eine Organisation ihr Verhältnis zu Politik, Verwaltung und gesellschaftlichen Gruppen gestaltet. Dazu gehören das Beobachten politischer Vorhaben, der Aufbau von Kontakten zu Abgeordneten und Ministerien, das Formulieren eigener Positionen und die Kommunikation darüber in der Öffentlichkeit.

Eine gesetzliche Definition von Public Affairs gibt es in Deutschland nicht. Das Gesetz spricht von Interessenvertretung. Nach dem Lobbyregistergesetz ist Interessenvertretung „jede Kontaktaufnahme zum Zweck der unmittelbaren oder mittelbaren Einflussnahme auf den Willensbildungs- oder Entscheidungsprozess“ des Bundestags oder der Bundesregierung (§ 1 Abs. 3 LobbyRG, Stand 2024). Diese Definition deckt den Kern von Public Affairs ab. Public Affairs geht aber darüber hinaus, weil auch Analyse, interne Beratung und öffentliche Kommunikation dazugehören, die nicht auf einen direkten Kontakt mit Politik zielen.

Der Berufsverband de’ge’pol (Deutsche Gesellschaft für Politikberatung) beschreibt sich als Zusammenschluss der professionellen Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter in Deutschland. Er besteht seit 2002 und hat seit 2003 einen eigenen Verhaltenskodex (degepol.de, abgerufen am 15.10.2026). Interessenvertretung ist in einer Demokratie legitim. Die Bundeszentrale für politische Bildung hält fest: Lobbys versuchen, Einfluss in Politik und Gesellschaft zu nehmen, und das ist legitim. Es gebe aber genug Gründe, das Phänomen kritisch zu betrachten (bpb, Einleitung: Lobbyismus und Demokratie, 13.03.2019).

Was unterscheidet Public Affairs, Government Affairs, Lobbying und politische Kommunikation?

Schema mit drei ineinander liegenden Kreisen: Public Affairs umfasst Government Affairs, das wiederum Lobbying umfasst. Politische Kommunikation wirkt als Werkzeug auf alle drei Ebenen.

Die Begriffe werden oft gemischt. Eine klare Trennung hilft bei der Suche nach der passenden Unterstützung.

Public Affairs ist der Oberbegriff. Er umfasst die gesamte Beziehung einer Organisation zu Politik, Verwaltung, Verbänden, Medien und Öffentlichkeit.

Government Affairs oder Governmental Affairs meint den Teil, der sich an Regierung, Parlament und Verwaltung richtet. In Unternehmen heißt die Abteilung oft „Government Relations“ oder „Government Affairs“. Der Begriff grenzt die Zielgruppe ein: Politik und Verwaltung, nicht die breite Öffentlichkeit.

Lobbying ist die direkte Einflussnahme auf konkrete Entscheidungen, etwa ein Gespräch mit einer Abgeordneten über einen Gesetzentwurf oder eine Stellungnahme an ein Ministerium. Genau diese Tätigkeit erfasst das Lobbyregister. Wer sie regelmäßig oder im Auftrag Dritter betreibt oder innerhalb von drei Monaten mehr als 30 verschiedene Kontakte aufnimmt, muss sich eintragen (§ 2 Abs. 1 LobbyRG, Stand 2024).

Politische Kommunikation ist breiter und bezeichnet die Kommunikation über politische Themen in der Öffentlichkeit, zum Beispiel durch Parteien, Regierungen, Medien oder Organisationen. Public Affairs nutzt politische Kommunikation als Werkzeug, etwa wenn ein Verband seine Position öffentlich erklärt. Mehr dazu im Beitrag zur politischen Kommunikation.

Kurz gesagt: Lobbying ist ein Teil von Government Affairs, Government Affairs ist ein Teil von Public Affairs, und politische Kommunikation ist ein Werkzeug, das alle drei nutzen.

Welche Aufgaben hat ein Public-Affairs-Berater?

Die Aufgaben lassen sich in vier Felder gliedern. Welche Anforderungen an das Berufsbild gestellt werden, beschreibe ich ausführlicher im Beitrag zum Public Affairs Manager.

Beobachten (Monitoring): Welche Gesetzentwürfe, Verordnungen und EU-Vorhaben betreffen die Organisation? Beraterinnen und Berater werten Bundestagsdrucksachen, Ausschussanhörungen, Referentenentwürfe und Medien aus und melden früh, wenn ein Thema relevant wird.

Analysieren: Wer entscheidet, wer berät, wer blockiert? Dazu gehört eine Landkarte der Akteure mit Zuständigkeiten, Positionen und Beziehungen. Diese Analyse ist oft der wertvollste Teil der Arbeit, weil sie Fehleinschätzungen verhindert.

Positionieren: Beraterinnen und Berater übersetzen fachliche Anliegen in politisch anschlussfähige Argumente. Formate sind Stellungnahmen, Positionspapiere, Kurzbriefings und Antworten auf Anhörungen.

Kontakt und Dialog: Gespräche mit Abgeordneten, Fraktionsreferentinnen und Fraktionsreferenten, Referatsleitungen in Ministerien und anderen Verbänden. Seit der Reform des Lobbyregistergesetzes zum 1. März 2024 zählen auch Kontakte zu Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Abgeordneten und zu Referatsleitungen in Bundesministerien als Interessenvertretung (Handelsblatt/dpa, 31.03.2025; § 1 Abs. 2 LobbyRG).

Dazu kommt eine Querschnittsaufgabe: Compliance. Wer Interessenvertretung betreibt, muss den Eintrag im Lobbyregister pflegen, Auftraggeber benennen und jährliche Aufwendungen angeben. Fehler können teuer werden (siehe unten).

Internes Government-Affairs-Team oder externe Lobbyfirma?

Entscheidungshilfe mit zwei Spalten: Wann ein internes Government-Affairs-Team sinnvoll ist und wann eine externe Agentur, darunter die Mischform mit interner Steuerung und externem Monitoring

Diese Frage stellen sich viele Organisationen. Eine Orientierung liefern die Zahlen des Lobbyregisters.

Ende 2024 gaben 358 der 5.973 eingetragenen Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter an, im Auftrag Dritter tätig zu sein. Das sind 5,99 Prozent. Sie betreuten 1.016 Auftragsverhältnisse und nannten 1.496 Auftraggeberinnen und Auftraggeber (Drucksache 20/15100, 24.03.2025). Der überwiegende Teil der Interessenvertretung läuft also über eigene Beschäftigte. Am 15.10.2026 sind 412 Einträge als Beratungsunternehmen oder selbständige Beraterinnen und Berater kategorisiert, das sind 6,51 Prozent aller aktiven Einträge (Lobbyregister, Statistik, 15.10.2026).

Ein internes Team ist sinnvoll, wenn die Organisation dauerhaft von Regulierung betroffen ist, politische Themen zum Kerngeschäft gehören und Kontakte über Jahre gepflegt werden sollen. Interne Teams kennen das eigene Haus und können schnell abstimmen.

Eine externe Agentur ist sinnvoll, wenn ein Thema zeitlich begrenzt ist (zum Beispiel ein einzelnes Gesetzgebungsverfahren), die Organisation keine eigene politische Erfahrung hat, ein zweiter Blick von außen gebraucht wird oder Kapazität für Monitoring fehlt.

Mischformen sind in der Praxis häufig: Eine Person im Haus steuert, eine Agentur liefert Monitoring, Analysen und Zugang zu Netzwerken. Wichtig ist dann, dass die Verantwortung klar bleibt. Auch bei externer Beauftragung muss die Organisation als Auftraggeberin im Lobbyregister sichtbar sein (§ 3 Abs. 2 LobbyRG).

Für die Suche nach einer „Agentur für politische Kommunikation“ gilt: Prüfen Sie, ob die Agentur im Lobbyregister eingetragen ist und welchen Verhaltenskodex sie angibt. Beides ist öffentlich einsehbar.

Wie läuft Public Affairs in Deutschland? Lobbyregister, Verhaltenskodex, Zahlen

Seit 2022 führt der Deutsche Bundestag ein öffentliches Lobbyregister. Es soll zeigen, wer in wessen Auftrag, mit welchem Aufwand und mit welchen Zielen Einfluss nehmen will (Lobbyregister, Startseite, abgerufen am 15.10.2026).

Balkendiagramm der größten Gruppen im Lobbyregister des Bundestags am 15.10.2026: Unternehmen 1.847, gemeinnützige Organisationen 1.397, Wirtschaftsverbände 719, Berufsverbände 584, Beratungsunternehmen 412

Zahlen zum Register (Stand 15.10.2026): 6.332 aktive Interessenvertreterinnen und Interessenvertreter sind eingetragen. Davon sind 1.847 Unternehmen (29,17 Prozent), 1.397 gemeinnützige Organisationen (22,06 Prozent), 719 Wirtschafts- und Gewerbeverbände (11,36 Prozent), 584 Berufsverbände (9,22 Prozent) und 412 Beratungsunternehmen oder selbständige Beraterinnen und Berater (6,51 Prozent) (Lobbyregister, Statistik Tätigkeitskategorien, 15.10.2026).

Personen: Zum 31. Dezember 2024 waren 26.998 Personen im aktiven Register namentlich benannt, die Interessenvertretung ausüben (Drucksache 20/15100, 24.03.2025).

Geld: Die Summe der gemeldeten jährlichen Aufwendungen lag zum 31. Dezember 2024 bei rund 910,6 Millionen Euro (Mittelwerte der angegebenen Stufen). Die registerführende Stelle geht davon aus, dass der tatsächliche Betrag höher liegt, weil Arbeitgeberverbände, Gewerkschaften und Religionsgemeinschaften nicht eintragungspflichtig sind. Die Spanne ist groß: Rund 3.000 kleine Organisationen und Einzelpersonen geben unter 10.000 Euro im Jahr aus, große Verbände und Unternehmen bis zu 15 Millionen Euro (Drucksache 20/15100; Handelsblatt/dpa, 31.03.2025).

Verhaltenskodex: Interessenvertretung darf nur auf Basis von Offenheit, Transparenz, Ehrlichkeit und Integrität stattfinden. Bundestag und Bundesregierung legen dafür einen Verhaltenskodex fest, den alle Eingetragenen mit der Registrierung akzeptieren. Bei jedem Kontakt sind Identität, Anliegen und Auftraggeber offenzulegen (§ 5 Abs. 1 bis 4 LobbyRG). Erfolgshonorare sind unzulässig (§ 5 Abs. 6 LobbyRG).

Sanktionen: Wer sich nicht, falsch oder zu spät einträgt, begeht eine Ordnungswidrigkeit. Bei Vorsatz drohen bis zu 50.000 Euro, bei Fahrlässigkeit bis zu 20.000 Euro Geldbuße. Erhebliche Verstöße gegen den Verhaltenskodex werden im Register veröffentlicht und können den Zugang zum Bundestag und die Teilnahme an Anhörungen kosten (Lobbyregister, Sanktionen bei Verstößen, abgerufen am 15.10.2026).

Ausnahmen: Nicht eintragen müssen sich unter anderem Personen, die nur persönliche Interessen vertreten, Parteien, Kirchen, kommunale Spitzenverbände und Petenten sowie Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, soweit sie Einfluss auf Arbeits- und Wirtschaftsbedingungen nehmen (§ 2 Abs. 2 und 3 LobbyRG).

Mehrere Bundesländer führen eigene Register mit eigenen Regeln. Wer auf Landesebene arbeitet, muss diese zusätzlich prüfen.

Was kostet Public Affairs und wie misst man Erfolg?

Belastbare Preislisten für Public-Affairs-Beratung gibt es nicht. Die Honorare hängen von Umfang, Dauer, Thema und Erfahrung ab. Eine gesetzliche Vorgabe ist aber wichtig: Erfolgshonorare sind verboten (§ 5 Abs. 6 LobbyRG). Agenturen rechnen daher nach Zeit, nach Pauschalen oder nach Projekt ab, nie nach politischem Ergebnis. Für die Größenordnung hilft der Blick ins Lobbyregister: Jede eingetragene Organisation muss ihre jährlichen Aufwendungen in Stufen von 10.000 Euro angeben, und bei Aufträgen sind die erhaltenen Mittel in Stufen von 50.000 Euro einzutragen (Drucksache 20/15100). Dort lässt sich prüfen, was vergleichbare Organisationen ausgeben.

Erfolg lässt sich nicht an einem einzelnen Gesetz messen, weil politische Entscheidungen viele Ursachen haben. Sinnvolle Messgrößen sind:

  • Frühzeitigkeit: Wurde ein relevantes Vorhaben erkannt, bevor der Referentenentwurf fertig war?
  • Zugang: Wurde die Organisation zu Anhörungen eingeladen oder um Stellungnahme gebeten?
  • Qualität: Tauchen eigene Argumente in Begründungen, Protokollen oder Berichten auf?
  • Beziehungen: Gibt es verlässliche Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Fraktionen und Ministerien?
  • Interne Wirkung: Treffen Geschäftsführung oder Vorstand bessere Entscheidungen, weil die politische Lage verständlich aufbereitet wurde?

Wer diese Kriterien vor Beginn festlegt, kann nach einem Jahr ehrlich bewerten, ob sich der Aufwand lohnt.

Was unterscheidet systemische Politikberatung von Public Affairs?

Schema mit zwei Pfeilen: Public Affairs vertritt die Interessen einer Organisation gegenüber der Politik. Systemische Politikberatung berät die Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in der Politik selbst.

Public Affairs vertritt die Interessen einer Organisation gegenüber der Politik. Systemische Politikberatung arbeitet in die andere Richtung: Sie berät die Menschen, die politische Entscheidungen treffen und verantworten.

Ich berate Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen und Verwaltung. Ich vertrete keine Interessen Dritter gegenüber Bundestag, Regierung oder Landtagen und bin deshalb kein Lobbyist. Mein Thema ist nicht, was eine Organisation von der Politik will, sondern wie Menschen in der Politik unter Druck klar denken, Rollen klären und tragfähige Entscheidungen treffen. Die Grundlagen dazu beschreibe ich auf der Seite Politikberatung, für Organisationen auf der Seite Politikberatung Agentur.

Berührungspunkte gibt es trotzdem. Wer in einem Public-Affairs-Team arbeitet, steht oft zwischen den Erwartungen der eigenen Organisation und den Regeln der Politik. Diese Zwischenposition erzeugt Rollenkonflikte, Überlastung und Entscheidungsdruck. Hier helfen systemische Methoden wie Rollenklärung, Auftragsklärung und Strukturaufstellungen, unabhängig davon, auf welcher Seite des Tisches jemand sitzt. Welche Werkzeuge ich einsetze, zeige ich auf der Seite Methoden.

Wie ich Sie unterstütze

Ich bin systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach, Sozial- und Politikwissenschaftler (M.A.) und seit über zehn Jahren in der Politikberatung tätig. Ich arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten.

Wenn Sie in Politik, Partei oder Verwaltung arbeiten, unterstütze ich Sie dabei, politische Lagen zu ordnen, Rollen zu klären und Entscheidungen vorzubereiten. Wenn Sie in einem Public-Affairs-Team arbeiten, biete ich Reflexion und Coaching für Ihre Rolle an, nicht Lobbying für Ihre Organisation. Diese Grenze ist mir wichtig, weil sie meine Unabhängigkeit sichert. Das kostenlose Erstgespräch dauert 15 Minuten und dient dazu, Ihr Anliegen zu klären und zu prüfen, ob ich die richtige Ansprechperson bin.

FAQ zu Public Affairs

Was bedeutet Public Affairs auf Deutsch?

Eine wörtliche Übersetzung gibt es nicht. Gemeint ist die Arbeit einer Organisation an der Schnittstelle zu Politik, Verwaltung und Öffentlichkeit. Das Gesetz verwendet den Begriff Interessenvertretung (§ 1 Abs. 3 LobbyRG).

Ist Public Affairs dasselbe wie Lobbying?

Nein. Lobbying ist der Teil von Public Affairs, der direkt auf Entscheidungen einwirkt. Public Affairs umfasst zusätzlich Monitoring, Analyse, interne Beratung und öffentliche Kommunikation.

Was ist Government Affairs?

Government Affairs oder Governmental Affairs bezeichnet die Beziehungen einer Organisation zu Regierung, Parlament und Verwaltung. In Unternehmen ist es meist der Name der Abteilung, die diese Aufgabe übernimmt.

Muss sich jede Public-Affairs-Agentur ins Lobbyregister eintragen?

Wer Interessenvertretung geschäftsmäßig für Dritte betreibt, ist eintragungspflichtig (§ 2 Abs. 1 Nr. 3 LobbyRG). Am 15.10.2026 sind 412 Beratungsunternehmen und selbständige Beraterinnen und Berater eingetragen (Lobbyregister, 15.10.2026).

Wie viel Geld fließt in Deutschland in Lobbyarbeit?

Für 2024 wurden auf Bundesebene Aufwendungen von rund 910,6 Millionen Euro gemeldet. Der tatsächliche Wert dürfte höher liegen, weil einige Gruppen nicht eintragungspflichtig sind (Drucksache 20/15100, 24.03.2025).

Darf eine Agentur ein Erfolgshonorar verlangen?

Nein. Vereinbarungen, bei denen die Vergütung vom Erfolg der Interessenvertretung abhängt, sind unzulässig (§ 5 Abs. 6 LobbyRG).

Ist systemische Politikberatung Lobbying?

Nein. Systemische Politikberatung berät Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger in Politik und Verwaltung bei ihrer Arbeit. Sie vertritt keine Interessen Dritter gegenüber der Politik.

Politikberater Sebastian Flack

Autor Sebastian Flack

Über den Autor

Ich bin Sebastian Flack, systemischer Politikberater, politischer Supervisor und Politik-Coach. Als Sozial- und Politikwissenschaftler (M.A.) und Ex-Soldat bin ich seit über zehn Jahren in der Politikberatung tätig. Ich begleite Politikerinnen und Politiker, Parteien, Fraktionen und Organisationen dabei, in komplexen Lagen klar und handlungsfähig zu bleiben.

Meine Arbeit verbindet wissenschaftliche Fundierung, praktische Erfahrung und eine systemische Denkweise. Ich arbeite überparteilich für alle, die demokratisch antreten.

Mehr erfahren ›

Kontakt aufnehmen

Systemische Politikberatung kennenlernen

Sie stehen vor einer politischen Entscheidung oder einem Konflikt im Team? Systemische Politikberatung hilft, Zusammenhänge zu erkennen und tragfähige Lösungen zu finden. Das Erstgespräch (15 Minuten) ist kostenlos.